Donnerstag, 16. Februar 2012

Doktor Schiphago und unsere Medien

Bakterien nicht mittels Pilzgiften (Penicillinen) zu bekämpfen, sondern mittels Viren, den sog. Bakteriophagen oder kurz Phagen. Eine im ehemaligen sozialistischen Ostblock seit Jahrzehnten bis heute erfolgreich angewandte, preisgünstige Therapie, von der man hier im Westen aber merkwürdigerweise angeblich erst seit kurzem erfahren hat. Haben unsere Medien 20 Jahre lang gepennt? Haben unsere Geheimdienste davor nichts darüber berichtet, obwohl doch auch Wirtschaftsspionage zur ihren Aufgaben gehört? Auch haben sie doch das Ziel, Schaden von ihrer jeweiligen Bevölkerung abzuwenden, wozu sicher auch eine möglichst breit und kostengünstig aufgestellte Infektionsabwehr gehören müsste.

Die Art der Bakterien-Bekämpfung mittels Viren erscheint logisch: Bakterien sind ja genauso Zellen wie die aus denen unser Körper besteht. Wenn unsere unterschiedlichen Körperzellen das Angriffsziel unterschiedlicher Viren sein können, dann müssten eigentlich auch Bakterienzellen virale Feinde haben.
Das ist so grundlegend logisch, dass man die Ignoranz dieser Tatsache (in der Schule, in den Medien und womöglich auch im Medizinstudium) eigentlich nur als gezielte, vorsätzliche Volksverdummung bezeichnen kann.

Erst jetzt, wo die teure Waffe Penicilline zunehmend stumpf wird, durch exzessiven Missbrauch in der Tiermast und ungezielten Einsatz in der Humanmedizin, die Gewinne der Pharmaindustrie geringer zu werden drohen, erst jetzt taucht hier in den westlichen Medien die andere, die preisgünstigere Bekämpfungsmöglichkeit mittels Phagen auf.

Warum hat anscheinend niemand zuvor diese logische Bekämpfungsalternative zum Thema gemacht, bzw wer hat solche Stimmen mundtot gemacht? Wie sind wir und die Medien so engstirnig konditioniert worden? Wer hat diesen gesellschaftlichen und medialen Tunnelblick geformt?

In der o.g. ARTE-eportage sind französische Ärzte und Journalisten nach Tiflis in Georgien gefahren, in das ehemalige Zentrum der Phagentherapie, aber keiner scheint die Experten in der dortigen Klinik gefragt zu haben, ob sie denn nicht den prominenten Fall des MRSA-Patienten Guillaume Depardieu mitbekommen haben. Und da heisst es immer, die Welt sei ein Dorf.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Fortsetzung Filmkritik: GATTACA

Als womöglich relevante inhaltliche Aussage wieder erkannt habe ich folgende Szene. Ich möchte nicht verschweigen, was ich über diese Szene zuerst gedacht habe: Was für ein billiger, effekthaschender Scheissdreck: einfach irgend eine futuristisch anmutende Anlage mit chicken Bildern, die der Mainstream selten sieht, zeigen. Bis ich kapierte, dass mich das Ganze an eine mutmassliche Herrschaftstechnologie erinnert.


Das Motiv ähnelt einem in den 70er Jahren verwendeten Begriff der britischen PopMusikGruppe T. Rex, die in einem ihrer Songs von einer „Chrome-Sitar“ sangen. Eine Sitar ist ein Saiteninstrument, das über sog. RESONANZ-Saiten verfügt! Offenbar funktioniert moderne Herrschaftstechnologie auch über Fäden, Saiten, Strings, die wie Chrom glänzen und mit irgendetwas oder irgendwem in Resonanz schwingen. Womöglich bestehen die Strings aus Graphit-ähnlichen (wie Chrom glänzenden) supraleitenden Kohlenstofffasern, sog. Nano-Tubes. Wie die Film-Szene zeigt: gegenüber diesen Empfangs-Saiten oder -Strings schrumpft der Mensch offenbar zum Zwerg - sei es tatsächlich im physischen Verhältnis, oder im Sinne seiner Eigenständigkeit und Selbstbestimmung als Individuum.

Standing on a corner
Of the chrome sitar
Everybody ask who the hell you are
Somebody scream and shout, somebody spoke
Somebody said that life is just a joke **

Princess outrage with deductable grave
Scream of her love but you know I was brave
Octoganic angle, measuring the stars
Trying to run away with a chrome sitar

Quelle: T.Rex Lyrics: Chrome Sitar

"measuring the stars": wie wohl alle gebildeten Briten kannten sicher auch die Musiker von T. Rex ihren Shakespeare. Dort heisst es im König Lear: "Die Sterne, die Sterne bilden unsre Sinnesart"

In einer anderen Szene scheint der Film ein Fazit über sich selbst zu ziehen:



Die Szene könnte aber auch eine konkrete inhaltliche Aussage sein: Der sanft-tastende, informationelle Total-Zugriff auf unser Privatleben erfolgt womöglich auch mittels Gas (Methan?).

Mein Filmfazit: langweilig, irreführend, verharmlosend. Wer nicht schon ein bisschen in der Problematik drin steckt, wird durch den Film nicht aufgeklärt oder informiert, und auch nicht gut unterhalten, sondern wohl eher an der Nase herumgeführt.

Ich glaube, der Zugriff der Macht-Eliten auf unsere Individualität und unser Leben basiert zwar auf diversen Körperbestandteilen, geht jedoch weit über das vom Film Suggerierte hinaus - qualitativ und quantitativ. Beginnend mit Haaren, Hautschuppen, Fingernägeln, Urin und der daraus gewonnenen Erbinformationen (DNA), über Blut bis hin zu möglichst viel entnommenen Körpergeweben welche insbesondere Nervengewebe enthalten (beispielsweise Haut). Mittels der individuellen Eigenschaften unserer Körpergewebe sowie superempfindlicher Sensoren werden wir dann ständig bis aufs Mark überwacht.
 

Die quantenphysikalische Crux ist, über je mehr unserer Körpergewebe die Überwachungs-Eliten verfügen, desto weniger spielen Distanzen zwischen Überwachungsobjekt und Überwachungs-Antennen eine Rolle, also je Individuum-spezifischer die Erkennung möglich ist, desto grösser kann die Distanz sein, soweit, dass zwischen dem/den Überwachten und den Überwachungs-Antennen / -Sensoren die Distanz wohl unendlich sein kann.

Ein Beispiel aus der Biologie der Pflanzen hilft vielleicht, das Problem zu veranschaulichen:
Erinnert sich noch jemand an die Schlagzeilen vom sog. weltweiten Bambussterben vor etlichen Jahren? 

Auf dem ganzen Globus haben fast gleichzeitig alle Pflanzen einer bestimmten Bambusart geblüht und sind dann eingegangen. Das Besondere war, dass Bambus allgemein nur einmal im Leben (60 bis 100 Jahre) blüht, dann abstirbt, und dass es auf der ganzen Welt nahezu gleichzeitig passierte (3 bis 4 Jahre Zeitraum bezogen auf 100 Lebensjahre sind eine Toleranz von 3-4 %, also minimal). Der Grund war, dass alle diese Pflanzen Ableger, also Klone, einer einzigen Stammpflanze waren, also alle das exakt identische Erbgut hatten. Wir haben also eine globale Synchronizität oder Simultanität auf der Basis identischer Gene. 

Laborkulturen unserer Körpergewebe sind ebenfalls Klone von uns.

Die Tatsache unserer elektronischen Überwachung wird von dem Film komplett ignoriert. Der im Film erweckte Eindruck, ständig würden irgendwelche Körperausscheidungen von Leuten eingesammelt und ausgewertet, um allein dadurch überwacht und identifiziert zu werden, ist in dieser alleinigen und passiven Form eine Irreführung und Verharmlosung. 

Anderseits weist der Film durch den permanenten Umgang der Überwachungs-Eliten mit den Körperbestandteilen der Überwachten auf die unterschätze Gefahr des gierigen Zugriffs der Macht-Eliten auf unsere Körper hin.

Fortsetzung: Wettervorhersage aus Kanada

(Für) ihre(n) Wetterexperten [Jörg Kachelmann] (...) werden die Winterspiele in Kanada Heimspiele sein. Doch das bleibt geheim. 

Kaum jemand hat erfahren, dass der populäre Wettermoderator bereits im Juli 2003 nach Kanada ausgewandert ist. 

Im Landesinnern (...) hat er sich in einer Ranch ein TV-Studio eingerichtet mit Kameras, Satellitenanlage, Green Screen. Die geballte Technik erlaubt es ihm, jahrelang in der ARD aufzutreten, ohne dass jemand merkt, dass er tausende Kilometer entfernt ist. 

Zwar verbringt Kachelmann nach wie vor einen guten Teil seiner Zeit in der alten Heimat. Aber hauptsächlich prägt er die Form der Wettervorhersage in deutschen Wohnzimmern von jenseits des Atlantiks. 

Doch diesseits soll niemand davon Wind bekommen. Zu viele Zuschauer könnten sich hintergangen fühlen, wenn sie erfahren würden, dass ihr Jörg Kachelmann ihnen ihr heimisches Wetter vor einer grünen Leinwand im kanadischen Seenland erklärt.  

Quelle: Das Buch von Thomas Knellwolf: Die Akte Kachelmann. Anatomie eines Skandals 

(Natürlich ist nicht Kachelmann der Skandal, sondern Justiz und Medien)

Dienstag, 7. Februar 2012

Fortsetzung: Die Shoah als ein Teil des Holocaust

Grundsätzlich stört mich beim medialen Umgang mit dem Holocaust das Ignorieren eines Grossteils der Opfergruppen. Nach meinem Verständnis heisst der Holocaust deswegen „vollständige Verbrennung“ weil damit die vollständige Vernichtung all jener Menschen gemeint ist, die den Nazis nicht passten. Also Juden, Sinti, Roma, Zigeuner, Kommunisten, Demokraten, Behinderte, Kranke, Schwule, Anarchisten, Zeugen Jehovas, Moderne-Kunst-und-Jazz-Liebhaber, Individualisten, und viele andere mehr. Die Juden sind die grösste Einzelgruppe unter den Opfern, aber sie sind nur ein Teil aller Opfer! Die anderen Opfer werden von den Medien aber weitgehend ignoriert. Besonders bitter, traurig, beschämend finde ich, dass in den Medien auch von den meisten Juden nicht auf die anderen Opfer hingewiesen wird. Ich habe die o.g. TalkShow nicht ganz gesehen, aber offenbar hat keiner der jüdischen Talkgäste darauf hingewiesen, dass es noch viele andere Opfergruppen in Auschwitz umgebracht wurden.

Für den geplanten und zum grossen Teil durchgeführten Völkermord der Nazi-Faschisten an den Juden gibt es von den Opfern den Begriff der Shoah. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob nur die Opfer, also nur Juden, diesen Begriff verwenden sollten. Das ändert aber nichts daran, dass für mich die Shoah nur ein Teil des Holocaust, also der Gesamt-Vernichtung aller Nicht-Faschisten ist.

Der Begriff Holocaust stammt aus dem Griechischen und bedeutet „vollständige Verbrennung“. Er scheint also kein allein biblischer Begriff zu sein. Auch als Symbol scheint eine „vollständige Verbrennung“ kein allein biblisches Symbol zu sein.

Eine „vollständige Verbrennung“ der Opfer des Nazi-Faschismus‘ wurde konkret und im übertragenen Sinne praktiziert: Man hat die getöteten Lagerinsassen in Öfen verbrannt, hat also ihre Körper völlig beseitigen wollen, womit es kein Grab und somit keinen Ort der Trauer geben sollte. Und es sollte damit vermutlich auch die Tat und Tatspuren vernichtet werden. Auch ging es den Nazis um die Auslöschung der Erinnerung an die Opfer. Ihr Besitz wurde konfisziert und unter den Nazis aufgeteilt.
Es ging den Nazis also um die Tilgung aller Anti-Nazis aus dem Leben, der Wahrnehmung und der Erinnerung, quasi um die Umkehr des Schöpfungsaktes, so als habe es nie Juden, Zeugen Jehovas, Sinti, Roma, Zigeuner, Kommunisten, Demokraten, Behinderte, Kranke, Schwule, Anarchisten, Moderne-Kunst-und-Jazz-Liebhaber, Individualisten, und viele andere mehr im Deutschen Reich und auf Erden gegeben. Die Umkehr des Schöpfungsaktes, und nun doch im biblischen Verständnis, das Gegenteil von Gott, ist der Teufel; und der Teufel wird mit Feuer assoziiert. Der Holocaust also das Symbol einer teuflischen Praxis, einer Anti-Schöpfung: alle Menschen die den Nazis nicht passten, sollten körperlich, geistig und geschichtlich in Rauch verwandelt werden.
Warum aber fokussieren sich die Medien vorrangig und fast allein auf die jüdischen Opfer? Durch ihr Schweigen stellen sie sich in der Sache der anderen Millionen Opfer damit auf die Seite der Täter.

Die Fixierung auf die Juden als Opfer ist bequem und nützlich, weil es ihrer Gemeinschaft heute weitgehend gut geht, sie einen eigenen, berühmten, mächtigen Staat haben, und im mächtigsten Imperium auf diesem Globus, den USA, eine mächtige Lobby. Die deutschen Medien können nun sagen: alles wieder propper mit unseren ehemaligen Opfern; Lektion gelernt, Strafe gezahlt, Busse getan, wir sind wieder wie alle anderen Völker und Nationen, wenn nicht besser. Das alles lenkt so praktisch von allen anderen Opfern und den Prinzipien ab, wie auch heute noch Opfer eines modernen Faschismus produziert werden. Denn der Faschismus als Prinzip ist ja nicht mit dem Ende des zweiten Weltkriegs verschwunden. Er hat sich modernisiert und globalisiert und produziert neue Opfer.

Ich wage die Behauptung: Patienten sind die modernen Holocaust-Opfer:
Wer nicht ganz gesund oder nicht ganz perfekt ist, sucht früher oder später einen Arzt auf. Er oder sie sind dann verloren. Einmal an der Angel, werden Ärzte ihn und sie nicht mehr davonkommen lassen, sei es um ihre Patienten Organ- und Gewebe-mässig auszubeuten, und/oder um reiche Patienten chirurgisch von ihrem Geld zu trennen.
So, wie die Opfer des Nazi-Faschismus als solche von der übrigen Gesellschaft ignoriert und man sich die Verhältnisse schöngeredet hat, so macht man es heute im alltäglichen Medizin-Faschismus.

Fortsetzung: Fahrenheit 451: die unfassbare Metabotschaft

Auch was der Captain, oberster Bücherverbrenner, über Bücher sagt, ist nicht ganz falsch und nicht schmeichelhaft für die Autoren und ihre Produkte: Bücher als Plattform für Ruhmsucht, Eitelkeit, Lügen, modischen Schnickschnack und allererlei andere negative Charakterzüge. Bücher gleichsam als Medium der Selbstdarstellung von Egozentrikern. 

Da liefert Gedankenlesen wohlmöglich ehrlichere Ergebnisse.

Auch war Truffaut als Regisseur angeblich gradezu besessen von den Bücherverbrennungs-Szenen, und er und sein Hauptdarsteller Oskar Werner, der selbst ein Verfolgter der Nazis war und sich im Wald versteckt hatte, war mit Truffaut befreundet, aber diese beiden haben sich im Laufe der Filmproduktion immer mehr entzweit - vielleicht weil Werner eins zu eins an die Geschichte glaubte, wohingegen Truffaut offenbar doppelbödig dachte und eine Metabotschaft unterbrachte.

Denn die Nennung einer exakten Temperatur, bei der Bücherpapier angeblich zu brennen beginne, scheint Unsinn zu sein. Bei so unterschiedlichen Papierqualitäten, vom edlen, dicken holzfreien Hochglanzpapier eines Fotobandes bis zum dünnen Billigpapier einer Tageszeitung oder eines Taschenbuches, noch dazu unterschiedlichen Umgebungsbedingungen in denen Bücher gelesen werden, in trockenem oder eher feuchtem Klima und Milieu, erscheint eine exakte Temperaturangabe, bei der Bücher brennen, absurder Unsinn. 
Warum dann aber eine exakte Temperaturangabe als Film-Titel? 

Als in der letzten Episode der abtrünnige Bücherverbrenner Montag, zu den Buchmenschen in den Wald flüchtet, also eigentlich zu einem Ort der Hoffnung, wird seine Annäherung mit bedrohlich klingender Musik unterlegt und die Kamera fährt einen Schienenstrang entlang, wie wir es aus Filmen über Waggonfahrten in Konzentrationslager kennen.

Auch erscheint die im letzten Kapitel illustrierte Massnahme, dass Menschen ihr Lieblingsbuch auswendig lernen, um es zu bewahren, nichteinmal als poetische Idee überzeugend, 
geschweige denn realistisch (wer hat zeitlebens nur ein einziges Lieblingsbuch und wer kann und möchte das auswendig lernen?). 
Nicht nur dass es unmöglich wäre gerade die grossen Werke auswendig zu lernen; ein Gehirn ist sicher ein ungeeigneterer Speicher für irgend einen Buchtext, als jedes Buch selbst. Also scheinen diese Szenen etwas anderes zu bedeuten.

Welche Hinweise im Film sprechen für eine andere Meta-Botschaft?

Offenbar gehörte es schon damals zur Praktik von Radio und Fernsehen, Zuschauer in ihren Wohnungen konkret mit in das Live-Geschehen der Sendungen einzubeziehen (die grosse "Fernseh-Familie"), ohne Telefon, Internet oder sonst einen erkennbaren technischen Rückkanal. 
Also schon seit Jahrzehnten beobachten die Radio- und Fernsehsender heimlich Personen in ihren Haushalten und beziehen die bei Bedarf mit in die Sendungen ein. Wie sonst soll das geschehen, wenn nicht mit einer Technologie des Sprache-und Gedanken-Fern-hörens, Fern-sehens und Fern-lesens?

Die merkwürdigen "Passfotos" in der Personalakte der Feuerwache, und die Fahndungsfotos des abtrünnigen Bücherverbrenners, zeigen insbesondere auch etliche Aufnahmen von dessen Hinterkopf, was natürlich absurd anmutet. 
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die existierenden Gedanken-Fernlesegeräte offenbar besonders auf die Signale vom Hinterkopf, also dem Stammhirn, fokussiert sind, machen diese Bilder Sinn: Der Hinterkopf / das Stammhirn der Menschen quasi als ihr gedankenleserischer „Fingerabdruck“.


Es ist von den sog. Buchmenschen die Rede. Das sind jene Menschen welche ihr Lieblingsbuch auswendig lernen und so quasi zu dem jeweiligen Buch werden:
 „sie sind Bücher. Jeder von ihnen. Männer und Frauen.“ - 

Da liegt es doch nahe, jeden Menschen auch ohne auswendig gelernten Buchtext, allein mit seinen eigenen Erfahrungen und seinem Wissen im Kopf, als eine Art lebendiges Buch aufzufassen. Wer in den Köpfen der Menschen ihre Gedanken lesen kann, kann damit quasi wie in geheimen Büchern lesen, in denen niemand sonst ohne die entsprechende Herrschaftstechnologie lesen kann. Mit dieser Deutung macht die Idee von den Buchmenschen Sinn.

Der Autor lässt es (im englischsprachigen Original) zu einer Verwechslung kommen: Gutmenschen? Nein, Buchmenschen.

Vermutlich weil nur die Gegner des Systems für das System interessant sind, Arschlöcher und Verbrecher haben vom System nichts zu befürchten, weil sie zum System gehören.

Dass Fahrenheit 451 tatsächlich eigentlich von der Technologie des Gedanken-Fernlesens handelt, machen auch zwei Hinweise am Anfang und am Ende des Filmes deutlich, die eine Art Klammer oder Rahmen um den ganzen Film bilden:

Die genaue Temperaturangabe als Titel und damit Beginn des Films, und der fallende Schnee, als Symbol für Eis und Kälte, der die Buchmenschen vollkommen umgibt, am Ende des Films, deuten auf
 die Technologie der Supraleitung
Dazu dringt ein Satz des rezitierenden Protagonisten durch: „Ich werde von etwas berichten, das voller Grauen ist." Das ist das biotechnologische Gedanken-fernlesen fürwahr.

Bei der Technologie des Gedanken-Fernlesens geht es einerseits um Supraleitung. Das passiert, wenn ab einer bestimmten tiefen Temperatur, der sogenannten Sprungtemperatur, ein Material plötzlich jeglichen elektrischen Widerstand verliert, sodass es unvorstellbar empfindlich wird für allerfeinste elektromagnetische Bewegungen, wie sie unter anderem beim Denken entstehen. Die exakte Temperaturangabe als Filmtitel deutet auf den Charakter einer Sprungtemperatur, und die verschneite Landschaft am Ende des Films meint die frostigen Temperaturen der allgegenwärtigen supraleitenden Gedankenlese-Sensoren.

Damit ist klar, dass Geräte zum Gedanken-Fernlesen schon mindestens seit den 60er Jahren im Einsatz sind. Das Buch als Vorlage stammt sogar aus den 50er Jahren. Und George Orwell sprach bereits 1948, also rund 10 Jahre zuvor, in seinem berühmten Überwachungsroman „1984„ von Gedankenkontrolle und Geräten zum Gedankenlesen. Denn die Technologie der Supraleitung, als Werkzeug zum Gedanken-Fernlesen, wurde schon rund 50 Jahre vor Orwell entdeckt, um 1900. Das ist für Wissenschaft und Forschung eine verdammt lange Zeit, um diese Technik zu perfektionieren, mit ihr die Welt zu beherrschen und die Menschheit zu versklaven.

Im Film liest der Protagonist den Beginn des Buches „David Copperfield“, von Charles Dickens. Darin wird zu Anfang die Frage gestellt, ob der Autor der „Held seines eigenen Lebens sein werde, oder ob diese Position von jemand anderen eingenommen werde.


Eine Frage, die man in Zeiten des Gedanken-Fernlesens und folglich sicher auch der Gedanken-FernManipulation gar nicht so einfach beantworten kann.

Update: Systematisches Gedanken-fernlesen funktioniert meines Wissens nicht ohne Medizin- bzw Biotechnologie: http://gehe.blogspot.com/2013/10/man-stelle-sich-vor.html

Sonntag, 5. Februar 2012

Occupy!, Piratenpartei, Begriffe und Praktiken salongfähig machen

Man könnte auf den Gedanken kommen, diese Bewegungen wurden von bestimmten Machtzirkeln initiiert und gelenkt und dienen auch dazu bestimmte Bezeichnungen und Namen samt ihrer inhaltlichen Bedeutungen in der Gesellschaft salongfähig zu machen. So schreiben etwa Leute aus dem inneren Kreis der Occupy!-Bewegung, auch die „General Assembly", also das Zentral-Parlament bzw die Hauptversammlung der Bewegung, werde von geheimen Gruppen aus dem Hintergrund gesteuert, was bei der Grösse der Bewegung unvermeidbar sei (na wenn sogar diese ur-demokratische Bewegung quasi von Geheimorganisationen gesteuert werden darf, dann müssen wir das erst Recht bei ganzen Gesellschaften und Staaten gut heissen, oder?)
Weil die „Occupy!-Bewegung“ ein positives Image hat, wird das auch auf die aktuell zugenommenen militärischen Okkupationen (Afghanistan, Irak, Ägypten, Libyen und was noch kommt) abfärben: Okkupation, Besetzung wird so salongfähig gemacht.

Ähnliches gilt womöglich für die Piratenpartei: Der bescheuert anmutende Name ist womöglich ein gezielter Coup zur Etablierung räuberischer Praktiken.
Wer über Monate und Jahre die Sache einer PIRATEN-Partei bejaht, ob als Mitglied oder Wähler, der wird bei bekannt werdenden Eroberungs-Praktiken, beispielsweise wenn man Daten von seinem Computer stiehlt oder von seinem Konto Geld, Schwierigkeiten haben das rundherum zu verurteilen: eben noch selber ein Partei-Pirat, nun halt das Opfer unbekannter Daten- und Geld-Piraten, so ist eben das Leben.

Indem man uns dazu verleitet, bestimmte Namen und Praktiken zu bejahen, werden wir darauf konditioniert, bei zukünftigen ähnlichen Dingen stillzuhalten, auch wenn sie gegen Dinge und Personen gerichtet sind, die wir eigentlich mög
en - im Zweifel uns selber.