Montag, 23. Dezember 2013
Der Bevormunds-Wahn der Medien
Dauernd wollen uns die TV-Medien einbläuen, was gut und richtig, und vor allem was falsch ist. Die Medien berichten nicht, nein sie wollen uns dressieren und erziehen - ARD & ZDF sind im Bevormundungs-Wahn.
Passend zum aktuell modischen USA-Bashing und der deutschtümelnden Re-Nationalisierung (zB "Deutsches eMail-Netz"), haben die Medien seit einiger Zeit Amazon im Visier, und hängen dem Unternehmen allerlei unschöne Dinge an: angebliche Ausbeutung des Personals und der Auslieferungsfahrer.
Klar, in einem Land, wo Post-Sachbearbeiter auf Anweisung von Vorgesetzten dunkelhäutigen Kunden ihr Packet nicht aushändigen, solch unmündiger Arbeitnehmerschaft kann keine Gewerkschaft helfen, keine Justiz, keine Politik, nein die braucht als starken, uneigennützigen Vormund, die Medien. Aber die Medien berichten nicht über das Versagen von Politik, Justiz und Gewerkschaften, sondern behaupten, die Kunden versagen, wenn die dennoch bei Amazon bestellen.
Aber wenn es laut Fernsehen die Aufgabe von Kunden ist, sich über die Arbeits- und Verdienstbedingungen mündiger Mitmenschen zu informieren, dann möchten wir Fernseh-Kunden endlich wissen, wie typische (Arbeits)Tage im Leben von ARD- und ZDF-Journalisten aussehen und wieviel die jeden Monat auf ihr Konto überwiesen bekommen !
Aber nochmal konkret zu Bestellungen per Internet, statt Einkaufen in der City.
In einer immer mehr in arm und reich aufspaltenden Gesellschaft schotten sich die Geschäfte gegen die Unterschicht dadurch ab, indem sie eine chic glänzende Oberfläche und eine Atmosphäre erzeugen, in welcher sich der einfache Bürger als unerwünschter Fremdkörper fühlt und darum solche Innenstädte meidet.
Bestellungen im Internet sind dagegen demokratischer.
Wer etwas Spezielles sucht, hat keine Möglichkeit heraus zu finden, in welchen Ladengeschäften und zu welchen Preisen er es in der Stadt bekommen kann - man muss von Geschäft zu Geschäft telefonieren oder gehen und gucken und fragen. Hingegen im Internet gibt man die gesuchten Dinge bei Google ein und bekommt sofort angezeigt wo und zu welchem Preis man es bekommt.
Seit Jahren beklagen viele Menschen, die Innenstädte seien zu reinen KonsumZentren verkommen, der Shopping-Verkehr per Auto verstopfe die Innenstädte, und die würden nach Ladenschluss zu Geisterstädten. Die Menschen kämen nur noch zum Shoppen in die Stadt, es wäre kein Ort mehr der nicht-kommerziellen Begegnung von Mensch zu Mensch.
Wenn nun das Bestellen im Internet zur Normalität der Massen würde, wo alles das gekauft wird, was planbar ist und ein paar Tage Zeit hat, dann würden vielleicht die grossen Kaufhäuser aus den Innenstädten verschwinden und wieder vermehrt kleine Läden etabliert werden - für Spontankäufe. Der Konsumrausch fände im Internet statt, und die Innenstädte würden vielleicht wieder zu lebendigen Zentren der Begegnung. Also Fussgängerzonen in denen musiziert, Strassenmalerei betrieben, geskatet, Schach gespielt und diskutiert wird - einfach weil sie zentral liegen.
Übrigens sind Waren, die erst in die Geschäfte gekarrt und dann von Kunden zu sich nach Hause geholt, und als unverkäuflich und defekt wieder zurück gebracht werden, vielleicht un-ökologischer unterwegs, als solche die direkt vom Hersteller oder Grosshandel zum Kunden geliefert werden, denn verstopfte Innenstädte und überfüllte Parkhäuser samt Suchverkehr mit dem Auto sind weder ökologisch noch ökonomisch.