Donnerstag, 7. Juli 2011

Fortsetzung: Diagnosefinder

http://www.fernuni-hagen.de/ps/pubs/APIS1996.pdf
http://www.jurpc.de/aufsatz/20020091.htm
http://members.tripod.com/lena_hess/data/skripte/Expertensysteme.pdf

Ein Programm das sowohl Patienten als auch medizinisches Hilfspersonal anwenden könnten. Ärzte würden dann nur noch für jene Fälle gebraucht, wenn der Patient und mögliches Hilfspersonal mit ihren Fähigkeiten nicht mehr weiter kommen. Das könnte erhebliche Entlastungen und Kosteneinsparungen bringen.
Auch die frühere Gesundheitsministerin Schmidt war der Meinung, dass das deutsche Gesundheitswesen im Vergleich viel zu "arztlastig" sei. Viele Aufgaben in der Medizin könnten und sollten von nicht-ärztlichen Fachleuten erledigt werden - das senkt die Kosten und stärkt die Selbstbestimmung.

Ein Patient könnte beispielsweise zu Hause am Computer seine Befindlichkeitsstörungen mit dem Programm analysieren und die Diagnose einkreisen. Wenn das Programm weitere Untersuchungen empfiehlt, wie etwa Urin und Stuhl, könnte der Patient vielleicht spezielle Teststreifen oder kleine, günstige Diagnose-Sets in der Apotheke oder Drogerie kaufen und zu Hause anwenden und die Ergebnisse in das PC-Programm eintragen. Wenn invasive oder aufwändigere Eingriffe nötig sind, wie etwa eine Blutentnahme oder ein EKG, könnte der Bürger in eine spezielle Ambulanz gehen, dort gibt er den Computer-Ausdruck seiner bisherigen Diagnose-Suche ab, so dass man dort weiss, worauf nun untersucht werden sollte, sowie als Abrechnungsgrundlage mit der Krankenkasse, und damit auch das Labor die Befundergebnisse in das Programm eingeben kann. Falls das Programm dann weitere Labor-Untersuchungn empfiehlt, können die gleich dem Patienten announciert oder mit den schon vorliegenden Proben durchgeführt werden. Die Befunde lässt der Patient sich entweder verschlüsselt per eMail zuschicken, oder per Fax, oder holt sie persönlich ab. Die Befundergebnisse trägt er auch selbst in sein Computer-Programm ein. Auf diese Weise kommt der Patient Schritt für Schritt entweder zu einer Diagnose und Therapieempfehlung, ohne einen Arzt teuer in Anspruch genommen haben zu müssen, was erhebliche Einsparungen bedeutet und die Eigenverantwortung der Bürger stärkt. Oder das Programm empfiehlt sehr invasive Diagnostik oder Therapie, die der ärztlichen Kompetenz bedürfen, wie etwa Röntgen oder Herzkatheter Diagnose-seits, oder Operationen oder schwere Antibiotika-Gaben Therapie-seits.

Aber denkbar wäre, weil dieses Konzept erhebliche Kostensenkungen bedeuten könnte, dass dann auch heute noch sehr teure aber harmlose Untersuchungen, wie etwa MRT, dann massenhaft und kostengünstig ohne ärztliche Überweisung durchgeführt werden könnten - allein weil das Diagnose-Finder-Programm am Ende zahlreicher Voruntersuchungen eine solche Untersuchung emfpohlen hat. Für Kritiker: Warum soll nicht jeder der es will eine kostenlose MRT-Aufnahme seines gesamten Körpers bekommen. Wenn die Gesundheitskosten nur noch ein Bruchteil der heutigen horrenden Summe betragen und viel weniger Ärzte gebraucht werden, dann kann eine MRT-Anlage den ganzen Tag brummen, ohne zu hohe Kosten zu verursachen.

Wir könnten eine Gesellschaft der Mündigen sein, in der wir uns weitgehend selbst helfen, mit einem kostenlosen Pool staatlich finanzierter Selbsthilfe-Labore und Ambulanzen mit überwiegend med. Hilfskräften, in der nur wenige Ärzte und nur für ganz seltene Notfälle gebraucht würden, wenn ein Patient und med. Hilfspersonal am Ende ihrer Möglichkeiten sind. Nicht wie heute, wo Ärzte zum Alltag gehören, so wie früher der Ehepartner oder die Nachbarn, und sei es auch nur per Fernsehen. Die Brahmanen-Kaste der Ärzte muss kleiner werden - die Gesellschafts- bzw Berufs-Pyramide muss wieder von ihrer Spitze auf die Füsse gestellt werden. Dass die Ärzte-Kaste hypertrophiert ist, erkennt man auch daran, dass in zahlreichen Ärzte-Tests immer wieder herauskommt, dass 70-80% aller Ärzte und Zahnärzte Pfuscher sind. Also wir haben nur 20-30% gute Ärzte, der Rest ist bestenfalls überflüssig, nicht selten jedoch gefährlich und teuer.

Ein paar Links zum Thema:
http://www.d-lecture.de/projekt/elearning_wisch/Expertensysteme_Unterstuetzung.PDF
http://de.wikipedia.org/wiki/Entscheidungsbaum
http://en.wikipedia.org/wiki/Electronic_Medical_Records
http://en.wikipedia.org/wiki/Health_information_technology
http://en.wikipedia.org/wiki/Decision_support_system
http://www.medizin-informatik.org/scripte/mi/expert.html
http://www.jurpc.de/aufsatz/20020091.htm
http://www.gässner.de/downloads/text/XPSmed.pdf
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Decision_Tree.html