"Che war Militärführer, darum mussten wir wachsam sein."
[Fidel Castro im Kapitel "Die Verschwörung beginnt" im o.g. Buch, über die Zeit kurz nach dem Sieg der Rebellen, während des Aufbaues seiner Regierung]
Im Buch von Leycester Coltman - ein ehemaliger britischer Botschafter in Kuba - über Fidel Castro behauptet der Autor, während der Monate des Kampfes der Castro-Rebellen gegen die Batista-Diktatur habe sich einer der Kameraden über Che Guevara beschwert (vielleicht war Che der einzige, der wirklich an Revolution und Sozialismus glaubte), worauf Castro angeblich geantwortet haben soll, nach dem Sieg der Rebellen werde er Guevara auf eine längere Auslandsreise schicken (von der er ja bekanntlich nie wieder zurück gekehrt ist).
Wäre es nicht ein raffinierter Schachzug us-amerikanischer Macht-Eliten gewesen, vor der Haustür der USA einen kleinen pseudo-sozialistischen Inselstaat mit einem charismatischen "Commandante en Jefe" bzw "Maximo Lider" zu errichten, der als Trojanisches Pferd im Ostblock fungiert, um diesen von innen zu knacken und finanziell auszubluten? Um den Coup glaubwürdig zu machen, verhängt man eine Handelsblockade, lanciert Unmengen an angeblichen Attentatsversuchen gegen den Regierungschef, und sorgt dafür, dass gutgläubige Mitkämpfer des Chef-Commandanten möglichst bald ausgeschaltet werden.
Schon eigenartig, wie freundlich schulterklopfend sich unsere Eliten gegenüber einem angeblichen Klassenfeind verhalten, während hier bei uns jeder echte Linke gnadenlos verfolgt wird.
Womit ich nicht kritisiere, dass die Linkspartei Fidel Castro zum Geburtstag gratuliert hat. Auch Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte Castro an seinem Krankenbett besucht. Ich denke, dass in Kuba nicht unbedingt weniger Demokratie herrscht, als bei uns.
Interessant ist, dass nachdem ich die o.g. Textstelle im o.g. Buch der hiesigen Leihbücherei gefunden habe und es später nochmal zur Hand nehmen wollte, um den Satz heraus zu schreiben, war das Buch über ein Jahr lang permanent ausgeliehen - und danach wurde es aus dem Leihverkehr genommen. Also trotz aller Bemühungen über die letzten Jahre konnte ich das Buch in der Leihbücherei nie wieder einsehen!